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News Flash

Da ich ein tolles Angebot der Firma "carbonsports" habe, werde ich nicht laenger zoegern und zum Jahresende die Fronten wechseln. Es ist noch nichts unterzeichnet, beide Seiten sind sich aber ueber eine Zusammenarbeit weitgehend einig. Nach 9 Jahren im Profirennsattel bin ich jetzt wirklich gespannt, wie sich mein "neues Leben" anfuehlen wird. Ich bedanke mich bei allen Freunden, Sponsoren und Menschen, die mich auch in bescheidenen Zeiten unterstuetzt und vorangetrieben haben ! Es war eine harte, vor Allem aber schoene Zeit ! Danke, Euer Joerg

Leider haben wir nur Regen :-( und fahren taeglich auf 4000 m hoch !!! Ich bin platt.... Hoffentlich kann ich morgen auf der letzten Bergetappe nochmals ganz vorn mithalten, um noch in den Top Ten "Gesamt" zu landen. Herzlichen Dank fuer eure zahlreichen SMS der letzten Tage - ich kann leider aus China keine Antworten versenden, nur mails. Da ich von vielen die aktuelle email nicht habe, jetzt also mal auf diesem Wege.... Danke ! Tja, was sonst so abgeht in Deutschland ist schon sehr, sehr traurig. Ich bekomme hier sehr wenig mit, keine News, keine "Tour", null u nichts. Das reicht trotzdem schon :-( ! Joerg

Nach doch etwas laengerer Durststrecke hab ich die 4. Etappe der China- Tour gewonnen...endlich mal wieder nen "richtiges" Radrennen... Ich moechte mich kurz bei allen bedanken, die dazu beigetragen haben. - DANKE. Nen chinesischen Gruss aus 3400 m Hoehe ! Euer Joerg

Pressemeldungen

Focus First Extreme.

Aldiana Bike-Weeks mit dem 3-fachen deutschen Radcross-Meister Malte Urban vom Team Focus-Alpecin!

Der Herforder Radprofi Malte Urban wird in diesem Jahr insgesamt 3 MTB-Weeks für die Aldiana Club-Hotels anbieten. Wie im letzten Jahr wird der Herforder den Bikern auch diesmal wieder viele Tipps rund um das Thema Mountainbike liefern. Neben dem Sportlichen steht natürlich auch ganz besonders der Spassfaktor im Vordergrund.

Die erste Bike-Woche beginnt dieses Jahr im Aldiana-Club auf Zypern und findet vom 11.2.-17.2.2008 statt. Die Clubanlage ist seit vielen Jahren sehr beliebt unter Radsportfans und bietet für jeden Biker ideale Bedingungen um sich technisch sowie konditionell auf die anstehende Sommersaison vorzubereiten.

Weitere Events finden im Aldiana-Mirador auf Gran Canaria vom 03.03.08-10.03.08 statt. Der Club liegt in der traumhaften Berglandschaft 1000 Meter über dem Meer und bietet eine fantastische Aussicht auf das malerische Umland. Bisher liegen für dieses Event schon 10 Anmeldungen vor.

Das letzte Bike-Event mit dem 3-maligen deutschen Meister in diesem Jahr - Beginn Anfang September - findet in den Bergen Österreichs statt. Der Aldiana Club Hochkönig empfängt die Gäste in seinem einzigartigen Ambiente und ist besonders zum biken und wandern geeignet.

Anmeldungen können direkt unter www.aldiana.de oder in den Reisebüros vorgenommen werden. Teilnehmer können selbstverständlich ein eigenes Bike mitbringen oder sich vor Ort ein MTB mieten.

Malte Urban wird selbstverständlich auch in diesem Jahr wieder auf den Neuesten Focus MTB's unterwegs sein.

Mehr Infos unter: www.malte-urban.de.

Ich, seit Oktober offiziell zurueckgetreten, auf verschiedensten Rennen off. verabschiedet, habe es doch glatt versaeumt, mich NACH meiner Karriere bei der NADA/WADA fuer eine Woche "Urlaub" abzumelden, da ich wie ihr ja alle mitbekommen habt, "von heut auf morgen" Jens Voigt auf der AIDA vertreten habe, was auf 3 Homepages vermeldet wurde.... Es war laut Reglement meine Pflicht,mich abzumelden... ok, mein Fehler. - Ich werde jetzt oeffentlich verwarnt-auch ok. ABER ich erfahre das als Athlet als letzter, uebers Internet. Schon interessant, dass die dpa schneller informiert wird als der Athlet selbst !!!

Ich hab sicher den Fehler gemacht, mich nicht regelgerecht verhalten zu haben. Man muss naemlich nen halbes Jahr lang nach Laufbahnende auch noch auf 24 Std. daheim anzutreffen sein... -zumindest als (ex) Radfahrer. Bei anderen Sportarten ist das natuerlich ganz anders. Da sind weder Trainingskontrollen noch Meldepflichten an der Tagesordnung.

Weil man ja sonst auch nichts zu tun hat, ist man als Radsportler auch verpflichtet, sogenannte "where abouts" auf 3 !!! Monate im Voraus auszufuellen.... nach dem Laufbahnende. Jetzt schaut euch bitte auf NADA mal die Statistiken der Kontrollen der letzten Jahre in den verschiedenen Sportarten an.... Also, mir faellt da nichts mehr zu ein.

Die Ausreißergruppe bei Kilometer 40. Jose Luis Rubiera gewinnt die 8. Etappe vor Jörg Ludewig.

Mit einem Etappensieg, einem zweiten Platz und dem 9. Rang im finalen Gesamtklassement beendete Jörg Ludewig die "Quinghai Lake Tour" (UCI-Kategorie 2.HC) in China. Wir führten mit dem Steinhagener Radprofi in Diensten des Teams Wiesenhof-Felt ein Interview.

Hallo Jörg, wie sieht Dein Fazit nach neun Etappen in Fernost aus?
JL: Das chinesische Abenteuer hat sich gelohnt. Mein Etappensieg war echt der Hammer. Ich hab mich schon lange nicht mehr so gefreut. Noch schöner wär’s natürlich gewesen, vor heimischem Publikum auf dem Siegertreppchen zu stehen und den Erfolg sofort mit meiner Freundin Melanie, meiner Familie, Freunden und Fans feiern zu können. Von dieser Stelle aus vielen Dank für die Glückwünsche, die mich in China erreicht haben.

Und der Blick auf Euer Team?
JL: Angesichts der doch recht starken Konkurrenz anderer Pro-Tour- und Continental-Teams hat unser Team eine klasse Rundfahrt hingelegt. Wir sind in diesem Jahr sportlich sehr erfolgreich. Ich hoffe, dass diese positive Werbung bei der Suche nach neuen Sponsoren fürs nächste Jahr hilft.

Was hat Dich in China am meisten beeindruckt?
JL: Da gibt’s einiges. Das war Radfahren extrem. Nach diesen 1400 Kilometern bin ich erstmal total platt. Hier war es nicht die Distanz, die einen fordert, sondern die Höhe. Der niedrigste Punkt des Kurses war auf knapp 1.800 Metern, der höchste 3.880 Meter. Da schnappst du nur noch nach Luft. Schneebedeckte Berge und Anstiege sehen aus wie in den Alpen. Auf der vorletzten Etappe meinte ein Italiener, das wär’ der Stelvio Pass. Ein irrer Berg, von 2.300m wieder auf knapp 3.800 Meter, sehr steil und viele Serpentinen. Das hatte Tourniveau. Die Landschaft ist gigantisch, weit und karg, in der Einöde stehen einsame Hirtenzelte, dann kommt mal ein kleines Dorf und dann ein Städtchen mit ein paar Millionen Einwohnern Ich werde die Publikumsmassen nicht vergessen. Man merkt, dass es eine ganze Menge Chinesen gibt. Ich glaube, hier standen –zig Millionen an den Strecken. Kann ja daran liegen, dass hier auf dem platten Land sonst nichts los ist und schon 140 bunt gekleidete Radrennfahrer die echte Sensation sind. Jedenfalls waren die Menschen begeistert. Die sind zwar nicht ganz so radsportverrückt wie das Publikum bei den Frühjahrsklassikern in Flandern, beim Giro oder der Tour de France, aber es pusht dich trotzdem.

Gab es auch Negativ-Erfahrungen?
JL: Natürlich. Richtig geärgert hat mich der zweite Platz am vorletzten Tag. Ich habe mich selten bei einem Radrennen so quälen müssen. Man stelle sich vor: Mit Rubiera bin ich ausgerissen. Der ist weiß Gott kein schlechter Bergfahrer, er war früher bei der Tour Armstongs Helfer in den Bergen. Auf der 20-Kilometer-Hammer-Steigung hat er mächtig Druck gemacht. Und trotzdem konnte ich ihm folgen. Oben war ich virtuell im Gelben Trikot. Aber eben nur virtuell. Dann Defekt vorne und 300 Meter Platten hinten. Ist mir so noch nie passiert, ausgerechnet hier. Rubiera war auf und davon. Ich hab’ ihn mit viel Anstrengung wieder gekriegt. Nur dann war der Akku total leer, für den Zielsprint fehlte mir die Kraft. Immerhin konnte ich mich wieder in die Top-Ten schieben, aber ehrlich: Das war kein wahrer Trost.
Und als Westfale bin ich bestimmt nicht verwöhnt, was das Wetter angeht. Aber so viel Regen wie hier habe ich schon lange nicht mehr erlebt. An den Tagen hat das Radfahren wirklich keinen Spaß gemacht. Immerhin haben mir meine Fähigkeiten, bergab auch bei Regen Vollgas geben zu können, beim Etappensieg geholfen.

Wie waren die Rahmenbedingungen in China?
JL: Man erfährt, dass chinesische Vorstellungen des Alltagslebens sich von europäischen in einigen Punkten unterscheiden. Beim Essen oder auch bei der Sauberkeit in den Städten haben sie halt andere Standards. Aber die Menschen waren immer sehr freundlich und bemüht. Leider kannst Du ohne Dolmetscher nichts lesen und kein Gespräch führen. Da ist ein kommunikativer Mensch wie ich, der ansonsten mit Deutsch, Italienisch, Englisch, Französisch und auch ein paar Brocken Spanisch im Rennbetrieb nie sprachlos ist, ziemlich aufgeschmissen.

Was sagst Du zur Tour de France?
JL: In China haben wir davon kaum was mitbekommen. Da sind nur die Top-Nachrichten rübergeschwappt wie das gelbe Trikot von Linus oder auch der Verdacht gegen Patrick. Es ist vielleicht auch gut so, dass wir die täglichen Diskussionen nicht in der vollen Breite verfolgen konnten. Denn das ist einfach nur krass und frustrierend.

Wie sehen Deine weiteren Pläne aus?
JL: Zuerst muss ich mich sicher von diesen Strapazen kurz erholen. Ich hoffe, dass ich dann für die nächsten Rennen gut in Form bin, denn die Rundfahrt in China war schließlich ein echtes Höhentraining. Ich denke, mein Auftritt hier war eine Empfehlung, dass ich mein Team auch beim Weltcuprennen in Hamburg oder bei der Deutschlandtour gut unterstützen kann. Fürs Team geht es in den nächsten Wochen natürlich um Alles oder Nichts. Wär’ toll, wenn sich ein neuer Hauptsponsor finden würde. Dieses Team mit den vielen jungen Leuten, was auch für die Zukunft des Radsports steht, hat es verdient. Aber in unserem Sport ist ja so viel im Umbruch, dass man mal die Gesamtentwicklung abwarten muss.
Wie es bei mir weiter geht, weiß ich noch nicht. Wenn es eben möglich ist, will ich weiter Rennen fahren. Das ist das, was ich am liebsten mache. Es würde mir schon ein bisschen fehlen, mit den Jungs so um die Welt zu reisen und den Adrenalinkick im Rennen zu erleben. Aber ich habe auch konkrete Perspektiven, wenn ich nicht mehr aktiv fahren sollte. Das wird sich in den nächsten Monaten entscheiden.

Impressionen von dem Aufenthalt in China und ein Tagebuch von Raphael Schweda lesen Sie unter www.wiesenhof-felt.de. Detailierte Infos und Ergebnisse finden Sie unter www.tdql.cn.

Bildinformation

Basierend auf dem C14 gibt es mit Stefans Unterstützung eine eigene Serie - im JL-Shop findet ihr in Zukunft tolle Rennmaschinen und Equipment mit meinem Label.

Stefan Schlie und Jörg Ludewig